Räume voller Erinnerungen
Erfahrungsberichte über ein studentisches Interviewprojekt in der brandenburgischen Provinz
Im Jahr 2006 eröffnet, bietet das DDR-Geschichtsmuseum im Dokumentationszentrum in der brandenburgischen Kleinstadt Perleberg eine Fülle an Anschauungsmaterial aus und über das Leben in der DDR. Das Pfarrerehepaar Gisela und Hans-Peter Freimark begann bereits in den 1980er-Jahren damit, Objekte zu sammeln, die das politische System aber auch den Alltag der DDR dokumentieren sollen.
Das Erbe der ganzen Menschheit
Ein Editorial aus Anlass des digitalen UNESCO-Welterbetages 2020
Auf der Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen im November 1972 wurde das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von den Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet.
Showtime
Die DDR als mediales Erbe im TV
Als „Gedächtnismaschine“ (Leif Kramp) prägt das Fernsehen nicht nur die Wahrnehmung und Interpretation tagesaktueller Momente, sondern auch die Erinnerungskultur einer (zuschauenden) Gesellschaft und ihre Perzeption der Historie. Dies gilt auch für Ostdeutschland und seine DDR-Vergangenheit. Doch deren fernseh-mediale Repräsentation steht seit Jahrzehnten in der Kritik.
Das mediale Erbe der DDR
Einblicke in neue Forschungsprojekte
Unsere Vorstellungen von der DDR wurden in den letzten 30 Jahren in starkem Maße durch Medien geprägt. Zeitungen, Fernsehen oder Internet formten ebenso wie private Fotos, Schmalfilme und Musik die Erinnerung und Wissensbestände, die wir über die zweite deutsche Diktatur, den dortigen Alltag und das spätere Nachleben haben. Angesichts von „Super-Illu“, MDR oder Ostrock erscheint dies beinahe trivial und selbstverständlich. Doch schaut man näher hin, erweist es sich alles andere als einfach, den Medieneinfluss in der Vereinigungsgesellschaft präzise zu bestimmen.
Ausverkauf des Ost-Erbes?
Spurensuche zur Privatisierung des VEB Deutsche Schallplatten nach 1989
Die zur Umbruchszeit verschmähte Popmusik der DDR erlebte ab Mitte der 1990er Jahre eine bemerkenswerte Renaissance. Unter der Genrebezeichnung „Ostrock“ wurden sehr verschiedene Musiker*innen mit ostdeutschem Hintergrund erfolgreich vermarktet. Erlebte dieser Teil des DDR-Musikerbes damit ein bemerkenswertes Fortleben, bestimmte hingegen in Vertrieb und Produktion nicht Kontinuität, sondern Bruch und Veränderung die Zeit nach 1989. Im Schatten der allgemeinen Transformationsgeschichte Ostdeutschlands fand ein musikwirtschaftlicher Überlebenskampf statt.
„Preußen war mehr als Männer auf Pferden“
Ein Gespräch mit Sylvia Necker, Leiterin des LWL-Preußenmuseums, über ihre ersten Erfahrungen im Amt
Sylvia Necker ist Historikerin, Radiomacherin und Klangkünstlerin. Seit 2019 leitet sie das LWL-Preußenmuseum Minden und das LWL-Besucherzentrum im Kaiser-Wilhelm-Denkmal.
Der Eigensinn der Überlebenden
Im Archiv der Gedenkstätte Buchenwald findet sich ein Bild von vier jungen Männern, die den Fotografen und damit uns direkt anschauen. Die Oberkörper, auch die Beine sind bei zwei Männern unbedeckt und lassen einen Zustand der starken Abmagerung erkennen. Zwei der Männer stehen, einer sitzt aufrecht auf einem Stuhl oder einer Kiste, wobei ihm ein gestreiftes Kleidungsstück als Unterlage dient. Der vierte sitzt vor einem der stehenden Männer auf dem Boden.
Eine Frage der Glaubwürdigkeit?
Postkoloniale Restitution und DDR-Kulturpolitik in den 1970er und 1980er Jahren
Seit Jahren schwelt hierzulande die Auseinandersetzung über das koloniale Erbe deutscher Museen, maßgeblich ausgelöst durch das umstrittene Humboldt-Forum im Berliner Schloss und verstärkt mit Veröffentlichung des „Restitutionsberichts“ von Felwine Sarr und Bénédicte Savoy. Vor diesem Hintergrund überschlugen sich Anfang Februar 2020 die Zeitungsmeldungen.
Digitale Restaurierung oder restaurierte Digitalisierung?
Ein Gespräch mit Julia Wallmüller, Restauratorin an der Deutschen Kinemathek
Auf den 70. Berliner Filmfestspielen präsentiert die Sektion Berlinale Classics die restaurierte Fassung von Paul Lenis Episodenfilm „Das Wachsfigurenkabinett“ (1924), die von 2015 bis 2019 unter Leitung der Deutschen Kinemathek entstand.
(Miss-)Verständnis?
Zur Bedeutung des Paketversands zwischen Ost - und Westdeutschland nach der Wiedervereinigung
Die Geschichte des Päckchen- und Paketverkehrs zwischen Ost- und Westdeutschland ist eine Geschichte des Zusammengehörigkeitsgefühls der Menschen auf beiden Seiten. Denn Briefe, Päckchen und Pakete waren die wichtigste Möglichkeit, um den Kontakt mit Verwandten und Bekannten aufrechtzuhalten. Doch der Austausch von Geschenksendungen ist ebenfalls eng verbunden mit der Freude und der Enttäuschung über den jeweiligen Inhalt der Pakete.