Brennendes Erbe
Staat und Natur in der jüngeren Geschichte Russlands
„Past errors to blame for Russia’s peat fires” titelte am 12. August 2010 die Online-Ausgabe der New York Times. Während des ungewöhnlich heißen Sommers litten Millionen Menschen in Moskau und angrenzenden Regionen unter dem Rauch von Torf- und Waldbränden im Osten der Stadt (Abb. 1).
„Warum Breschnew nicht Putin werden konnte“ – aber Putin zu Breschnew werden könnte
In seiner nicht gerade wissenschaftlichen Breschnew-Biographie hat der Journalist und damalige Duma-Abgeordnete Alexander Chinschtein erklärt, „Warum Breschnew nicht Putin werden konnte“, so der gleichnamige Titel.
Legitimation ohne Ende
Was Präsidentschaftswahlen mit dem Russisch-Belarussischen Unionsstaat gemein haben
Das gemeinsame Manöver Zapad von Russischer Föderation und Republik Belarus wurde im Herbst 2017 von vielen Beobachter:inen als gegen die NATO gerichteter symbolischer Schulterschluss beider Länder gewertet. Dennoch wurde die Befürchtung vor den 2014 auf der Krim zum Einsatz gekommenen „Grünen Männchen“ nicht nur im Baltikum diskutiert, sondern auch in Belarus selbst. Mit größter Aufmerksamkeit wurde der Abzug der russischen Truppen von der Bevölkerung und von Alexander Lukaschenkos Präsidialverwaltung verfolgt.
The Kitchen Maid That Will Rule The State
The Last Hundred Years of Women’s Emancipation in Russia
On October 18, 2017 Ksenia Sobchak, a Russian TV anchor, journalist and socialite, announced that she would be running for presidency. She claimed that since the “none of the above” option had been removed from the ballots, she would be representing rejection of all presidential candidates. Soback’s call to vote for her instead of boycotting the elections altogether sparked a heated debated among Russian liberals. Yet, it is not her political program (or, rather, the absence of it) but her gender that made Sobchak the focus of media and public attention.
Italien nach der Wahl
Der kurze Höhenflug des Silvio Berlusconi
Nach der Wahl am vergangenen Sonntag blickt Italien in eine ungewisse Zukunft. Während den PolitikerInnen nun ein schwieriger Prozess der Regierungsfindung bevorsteht, diskutiert das Land über die Nachwehen des Wahlkampfes. Eines der bestimmenden Themen war dabei die abermalige politische Wiederauferstehung von Berlusconis Forza Italia. Der zweite Platz im Mitte-Rechts-Lager bringt diese nun in eine heikle Position.
Zum Weltfrauentag: 8. März 2018
„Yours in Sisterhood“ und die Liebe zum Archiv,... oder wie weit ist eigentlich der Weg, der noch vor uns liegt?
Eine junge Polizistin steht am Rand einer befahrenen Straße irgendwo in Amerika. Selbstverständlich ist sie bewaffnet, es glitzert nicht gerade in ihrer Umgebung.
Alle Macht nach Moskau?
Der russische Föderalismus und das Beispiel Tatarstan
Der anarchische Proto-Föderalismus der 1990er Jahre ist endgültig Geschichte. Stattdessen ist in Russland ein zentralisierter Staat entstanden, in dem die 89 so genannten „Subjekte“ der Föderation nur noch geringe Machtbefugnisse haben.
Das sowjetische Erbe und das Jahrzehnt der Regionen
„Jüdische Täter“ und polnische Retter
50 Jahre nach dem März 1968 verstrickt sich Polens Rechtsregierung in ihren selbst konstruierten Mythen
Was auch immer die polnische Rechtsregierung bewogen haben mag, die bereits vor anderthalb Jahren vorbereitete Novelle des Gesetzes über das „Institut des Nationalen Gedenkens“ (IPN) plötzlich aus der Schublade zu holen und im Eiltempo durch das Parlament zu peitschen – besonderes diplomatisches und geschichtspolitisches Gespür hat sie dabei jedenfalls nicht bewiesen.
Lateinamerika und der Nationalsozialismus
Aktenfunde und ihre politische Bedeutung
Mitte vergangenen Jahres machte das chilenische Nationalarchiv Akten über nationalsozialistische Spionagetätigkeit in Chile während des Zweiten Weltkriegs zugänglich.
Geschichtsstunde mit Cellistin und Violoncello
Beobachtungen beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Bundestag 2018
Eine feste, tiefe und entschlossene Stimme erschallt unter der Kuppel des Reichstages, dessen Flaggen auf halbmast wehen. Vor voll besetzten Stuhlreihen berichtet die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch von Breslau, Auschwitz und Bergen-Belsen, den drei Stationen ihres Lebens, die sie als Jugendliche tief geprägt haben. Am Arm des Bundespräsidenten war die 92-Jährige seit Kriegsende in Großbritannien lebende Lasker-Wallfisch in das Plenum des Bundestages gekommen.