Bundesrepublik

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Sabine Stach, Greta Hartmann

Friedliche Revolution 2.0?

Zur performativen Aneignung von 1989 durch „Querdenken“ am 7. November 2020 in Leipzig

9. Oktober 1989. Als die Besucher*innen des Friedensgebets aus der Leipziger Nikolaikirche strömen, treffen sie auf zehntausende Demonstrant*innen, die bereit sind, ein Zeichen gegen die DDR-Regierung zu setzen. Die Stimmung ist angespannt. Seit Tagen gehen Gerüchte um, dass sich Polizei wie Krankenhäuser auf das Schlimmste vorbereiten. Über den Stadtfunk ertönt der als „Aufruf der Sechs“ berühmt gewordene Appell für Gewaltfreiheit.

Torsten Hiltmann

Das erste digitale Semester an der Humboldt-Universität Berlin

Fragen an Torsten Hiltmann, Professor für Digital History

zeitgeschichte|online: Seit dem Sommersemester haben Sie die Professur für “Digital History” am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Dabei handelt es sich um einen Lehrstuhl, der gerade erst im Aufbau ist. Ihr erstes Semester verlief ausschließlich digital. Wie war das für Sie? Fühlten Sie sich ins kalte Wasser geworfen – oder waren Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen gut vorbereitet?

Autor*innenkollektiv der Redaktion

Iran, Exil und Diaspora in der jüngeren Zeitgeschichte

Eine intersektionale Materialsammlung

Wissenschaftliche Beiträge, Monographien und Sachbücher

 

Judith Albrecht: In and out of Iran. Die transnationale Verhandlung weiblicher iranischer Identitäten, Berlin 2014.

Pouya Alimagham: Contesting the Iranian Revolution. The Green Uprisings. Cambridge 2020.

Heinz D. Bogner: Iran. Eine Revolution Und Ihr Selbstverständnis. In: Edition Historica - Aktuell. Puchheim 1983.

Frank Bösch: Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann, München 2019.

Julia Wigger

Der Potsdamer Platz zwischen Brache und „Weltstadtplatz“

„Er ist gar kein echter Platz und scheußlich obendrein“, hieß es in einer Ausgabe der Zeitschrift „Spiegel Geschichte“ über den Potsdamer Platz im Jahr 2008.[1] Ob man dieser Aussage zustimmen oder ihr widersprechen möchte, ist letztendlich unerheblich, denn unbestritten ist die wechselhafte historische Bedeutung des Platzes, in der sich die (Zeit-)Geschichte Berlins spiegelt.

 


Vor den Toren der Stadt

Yves Müller

Kein „Volksbau“

Weder Schloss noch Nachbau waren dem Volk – wie auch immer es definiert sein mag – gewidmet (Reprint)

Die Diskussionen um das Berliner Schloss reißen nicht ab: Es sei unauthentisch, protzig, verherrliche die wilhelminische Monarchie und den Militarismus. Initiativen fordern Wiedergutmachung der kolonialen Verbrechen des Kaiserreichs und die Rückgabe geraubter Kulturgüter. Zuletzt warb die Historikerin Hedwig Richter in die tageszeitung um mehr Gelassenheit mit dem umstrittenen Bau (Auf zum Schloss!, taz vom 15.8.2020). Doch ist Gelassenheit angebracht?

Annette Weinke

„Alles noch schlimmer als ohnehin gedacht“?

Neue Wege für die Behördenforschung

Die Stunde der Historiker-Kommissionen

Zeithistorischer Arbeitskreis Extreme Rechte

Zeitgeschichte der Rechten

Neue Arbeiten zu einem jungen Forschungsfeld

Redaktion: Sebastian Bischoff, Carsta Langner, Sebastian Lotto-Kusche, Paul Räuber, Berit Tottmann

 

Das Dossier wird laufend um neue Texte ergänzt, zuletzt am 25. Juli 2024.

 

Helen Thein-Peitsch

„Wenn du mich verlässt, dann muss ich dich töten. Das weißt du doch.“

Auf einen Kaffee hat sich Johannes mit Undine verabredet, die noch nicht weiß, dass sie seine Exfreundin ist. Statt in Tränen auszubrechen und die unsinnige Warum-Frage zu stellen, erklärt Undine ihm ruhig: „Wenn du mich verlässt, muss ich dich töten. Das weißt du doch.“ Als wäre dies ein Naturgesetz und keine Morddrohung. In dem Mythos der Wasserfrauen ist der Tod des untreuen Mannes ein Naturgesetz. Wobei auch die Untreue der Männer im Mythos ein solches Naturgesetz ist.

Peter Ulrich Weiß

Showtime

Die DDR als mediales Erbe im TV

Als „Gedächtnismaschine“ (Leif Kramp) prägt das Fernsehen nicht nur die Wahrnehmung und Interpretation tagesaktueller Momente, sondern auch die Erinnerungskultur einer (zuschauenden) Gesellschaft und ihre Perzeption der Historie. Dies gilt auch für Ostdeutschland und seine DDR-Vergangenheit. Doch deren fernseh-mediale Repräsentation steht seit Jahrzehnten in der Kritik.