Ausgeforscht?
Texte und Materialien zur Geschichte der DDR
Die Öffnung der Partei- und Staatsarchive der ehemaligen DDR war ein für die Geschichtswissenschaften einmaliger, gleichsam (archiv-)revolutionärer Vorgang.
Räume voller Erinnerungen
Erfahrungsberichte über ein studentisches Interviewprojekt in der brandenburgischen Provinz
Im Jahr 2006 eröffnet, bietet das DDR-Geschichtsmuseum im Dokumentationszentrum in der brandenburgischen Kleinstadt Perleberg eine Fülle an Anschauungsmaterial aus und über das Leben in der DDR. Das Pfarrerehepaar Gisela und Hans-Peter Freimark begann bereits in den 1980er-Jahren damit, Objekte zu sammeln, die das politische System aber auch den Alltag der DDR dokumentieren sollen.
Schriftliche Quellen und der audiovisuelle Zugang zu ihnen
Javier Fernández Vázquez' „Anunciaron Tormenta“ und Radu Judes „Tipografic Majuskul“
Schriftliche Unterlagen wie administrative Briefwechsel, Protokolle und andere Dokumente amtlicher Vorgänge sind eine der klassischen Grundlagen der Geschichtsschreibung. Sie sind Spuren vergangener Handlungen, die als Schriftstück in Archiven gesammelt und überliefert werden. In einem institutionalisierten und formalisierten Transformationsprozess werden aus Ereignissen, die an einen flüchtigen Zeitpunkt und handelnde Subjekte gebunden sind, speicherbare Objekte, die Zeit unverändert überdauern.
When the foundation pit is just a pit
On Andrey Gryazev’s filmic look at the pitfalls of contemporary Russia
Symbolically and physically, the fact of the foundation pit haunts Platonov's eponymous 1930s Russian-language novel. Set in a spatial abstraction of Stalin's Soviet Union, the novel questions the future of the socialist utopia, setting the project of building the future against its cost. Platonov depicts the lives rendered meaningless in the process, at times to the point of brutal sacrifice. Humans are reduced to work and instrumentalised for a future out of sight. The builders do not move past the hole they are digging, which is meant to support a housing complex.
Queer History
Editorial zum Pride Month 2020
Einundfünfzig Jahre nach dem sogenannten Stonewall-Aufstand der Queer Community in New York City am 28. Juni 1969 hätten im Sommer diesen Jahres wieder international Pride Parades stattgefunden, wären Events und Proteste dieser Größe nicht nach wie vor nahezu weltweit untersagt. Aufgrund der Corona-Pandemie muss der Christopher Street Day auch in Deutschland entweder verschoben oder anders als üblich gefeiert werden.
Es reicht!
Ein Kommentar zur gegenwärtigen Selbstzerstörung Amerikas
Mit dem Notruf aus einem Eckladen von „Cup Foods“ in Minneapolis begann die Konfrontation am Abend des 25. Mai. Ein Verkäufer teilte mit, dass ein 46-jähriger schwarzer Mann namens George Floyd anscheinend beim Kauf von Zigaretten einen gefälschten 20-Dollar-Schein benutzt habe. Daraufhin stellten zwei herbeigeeilte Polizisten den früheren Sportler zur Rede, zerrten ihn aus seinem SUV, und legten ihm Handschellen an. Dann kam der erfahrene Ausbilder Derek Chauvin mit einem weiteren Polizisten dazu und übernahm das Kommando.
Zum internationalen Tag der Umwelt
Ein Editorial
Am 5. Juni finden im Rahmen des Welttages der Umwelt weltweit Aktionen zu Klima- und Umweltschutz statt. Den Aktionstag gibt es seit der ersten Weltumweltkonferenz in Stockholm 1972. Das Datum beschreibt den Eröffnungstag der Konferenz. Dieses Jahr steht der Aktionstag in Deutschland unter dem Motto natur:verbunden und fällt bezeichnenderweise auf einen Freitag, welcher seit über einem Jahr von den Fridays for Future Protesten geprägt wird.
Anleitung für das beispielhafte Album
Fotografische Ratgeberliteratur der Nachkriegszeit und ihre Kontinuitäten
Woher eigentlich wissen Menschen, was sie fotografieren sollen, welche Bilder sie auswählen und wie Fotos in Alben eingeklebt und als individuelle Lebenserzählung gestaltet werden?
„Wir waren gut behütet“
Die DDR in Sozialen Medien
Nostalgische Alltagserinnerungen an die DDR standen seit den frühen1990er Jahren unter dem Verdacht der Verharmlosung der SED-Diktatur. Obwohl diese sehr einseitige Sichtweise durch die Forschung mittlerweile weitgehend entkräftet ist und ein differenzierteres Bild von Erinnerung Einzug gehalten hat, fällt noch immer eine gewisse Exotisierung ostdeutscher Erinnerungspraktiken auf.
Das mediale Erbe der DDR
Einblicke in neue Forschungsprojekte
Unsere Vorstellungen von der DDR wurden in den letzten 30 Jahren in starkem Maße durch Medien geprägt. Zeitungen, Fernsehen oder Internet formten ebenso wie private Fotos, Schmalfilme und Musik die Erinnerung und Wissensbestände, die wir über die zweite deutsche Diktatur, den dortigen Alltag und das spätere Nachleben haben. Angesichts von „Super-Illu“, MDR oder Ostrock erscheint dies beinahe trivial und selbstverständlich. Doch schaut man näher hin, erweist es sich alles andere als einfach, den Medieneinfluss in der Vereinigungsgesellschaft präzise zu bestimmen.